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Bevor die Stunde des beliebten
„Open Flair im Klenzepark"
schlug, gab es das
legendäre
„Ochsenschlacht Open Air". Die
Band „Säure" hatte
es in den
Siebzigern inszeniert und damit eine lokale Musikszene ins Leben
gerufen, wo vorher keine war. Die
Band spielte Deutschrock,
kümmerte sich um ihr Festival
und verschwand dann in der
Versenkung. Völlig überraschend
tauchen nun die Musiker
von damals, nämlich Bassist
Horst Hettler, Schlagzeuger Walter
Regensburger und die Gitarristen
Franz Sixl und Albert Hufnagel
wieder auf, mit neuer
Band, neuem Sound und neuer
CD.
„Zwischen Tag und
Nacht" heißt
das Album, das eigentlich
nur durch die nach
wie vor deutschen
Texte der zwölf Kompositionen
eine Querverbind-ung zulässt
zu den alten Zeiten. Ansonsten
enthält die knappe Stunde Musik kraftvollen Gitarrenrock, der zwar nicht unbedingt trendy
ist, aber eben auch nicht nostalgisch
angehaucht. Als Transportmittel
für die ernsten und
gehaltvollen Texte gibt's musikalisch
zweierlei, nämlich einerseits
kompakte, griffige Rocksongs
wie „Dein Kopf ist leer",
„Wahnsinn" oder auch das Titelstück,
zum anderen komplexere Nummern wie „Der Kreis
der Zeit" oder „Schwarze Schatten"
mit rhythmischen und melodischen
Wechseln, ja, einzelnen
Bausteinen, die, obwohl fast
suitenartig zusammengefügt, eine
letztendlich aber doch immer |
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runde Gesamtnummer
ergeben.
Die große Stärke der
Songs liegt in der kompositorischen
Feinarbeit, die
hinter ihnen steckt. Ausgefeilte
Arrangements ergeben einen dichten
Sound mit passend eingefügten
Fills, subtil gewählten
Klangfarben und oft
winzigen Details, die die
Räume schließen, ohne dass
die Transparenz des Sounds darunter
litte. Kleine Anleihen beim
Folk oder der Klassik, der stets
passende Einsatz der
Twin-Guitars, das saftige
Riff neben gut harmonierenden und sich verwebenden
Motiven, die akustische
Konzertgitarre neben knalligem
Vierertakt.
Es sind immer wieder diese kleinen Extras,
die aufhorchen lassen. Und, ganz
entscheidend für die Wirkung dieser Musik auf den Hörer:
Jeder Song für sich hat auf Grund der Melodieführung
die Qualität, eine ganz
eigene Stimmung zu erzeugen,
etwa eine melancholisch-düstere
beim Opener, hingegen eine
mehr
exotisch-fremdländische
beim „Dämonentanz". „Zwischen Tag und Nacht" ist ein
recht reifes Album, eingespielt
von Musikern, die genau
wissen was sie wollen,
nämlich kein
Wegwerfprodukt der Abteilung
„Pop für einen Tag", sondern eines,
das sich textlich ernsthaft
mit sozialen, persön-lichen und
gesellschaftlichen
Problemen auseinandersetzt
und dies musikalisch auch ausdrückt. Hörbeispiele
gibt's unter www.bahpro.com.
Hier ist das Album für 13 Euro auch zu bestellen. lei |
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